Für Bildungseinrichtungen

Inklusion – Vielfältige Möglichkeiten der Digitalität

Inklusion – Vielfältige Möglichkeiten der Digitalität

Inklusion und Digitalität – beides wichtige und aktuelle Themen. Was passiert, wenn wir beide miteinander verbinden? Welche Möglichkeiten erwarten uns? 

Wir denken: ziemlich viele. Wir beschleunigen zum einen die allgemeine Förderung von digitaler Bildung, vor allem aber können wir mithilfe von digitalen Medien und moderner Technologie ein gleichberechtigtes Miteinander für alle Menschen und ein modernes Verständnis von Inklusion in der Bildung schaffen.  

Wie sieht ein modernes Verständnis von Inklusion aus?

Inklusion ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft. Das heißt, jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion oder seiner Lernbesonderheiten, hat die gleichen Rechte und Chancen.  

Im modernen Verständnis von Inklusion geht es deshalb um eine barrierefreie Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler im Unterricht, sowie einer ausreichenden technischen Ausstattung und Medienbildung in allen schulischen Einrichtungen. Mithilfe Technologien können unterschiedliche Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden.  

Entweder sind wir alle inklusiv oder keiner von uns

Inklusion gilt für Alle, denn jede Schülerin und jeder Schüler ist unterschiedlich, hat andere Bedürfnisse an das Lernen und benötigt eine individuelle Lernumgebung. 

Nicht nur die äußeren Faktoren spielen eine Rolle, sondern auch die Lernbedingungen und -gegebenheiten sowie Umstände. Bekanntlich gibt es verschiedene Lerntypen, die berücksichtigt werden müssen und auf die individuell eingegangen werden muss. Einige Schülerinnen und Schüler bevorzugen sich Sachverhalte anzueignen, indem sie Texte lesen, andere präferieren schriftliche Quellen oder das Lernen bei Bewegung.  

Das bedeutet aber auch, dass Schulen mit der Herausforderung konfrontiert werden, ein inklusives Umfeld zu schaffen, in dem alle Schülerinnen und Schüler ihre Stärken entfalten können.

Hierbei kommt die Digitalisierung ins Spiel. Dazu gehört, dass Lerninhalte durch digitale Medien für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich gemacht werden. Und auch wenn eine Schule noch nicht vollständig digitalisiert ist, können Lehrkräfte mithilfe der digitalen Technologien ihre Schülerinnen und Schüler fördern. Des Weiteren werden Digitale Lernplattformen genutzt, um Schülerinnen und Schülern Lerninhalte auf verschiedenen Niveaus anzubieten. Digitale Werkzeuge tragen zur interaktiven Gestaltung des Unterrichts bei. Durch die Digitalisierung erhalten Lernende Zugang zu neuen Lernmöglichkeiten, die ihnen helfen, sich besser zu entwickeln. 

Die Digitalisierung inklusiver Schulen als Mehrebenenmodell

Die Digitalisierung inklusiver Schulen ist ein Prozess, der alle Bereiche einer Schule betrifft. Es geht nicht nur um die Integration einzelner Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Bedürfnissen, sondern um die Schaffung einer Schulkultur, in der Vielfalt als Bereicherung und Stärke angesehen wird. 

Die Digitalisierung inklusiver Schulen kann auf folgenden 5 Ebenen dargestellt werden:

Diversity concept. Colored figures between wooden ones.

Individuelle Bedürfnisse

Inklusiver Unterricht

Bei den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern und Jugendlichen stellt sich die Frage, inwieweit Schule und Unterricht diesen gerecht werden. Um die Erfüllung der Anforderungen zu gewährleisten, ist es erforderlich, pädagogische Diagnostik und den Ausbau der individuellen Förderung zu intensivieren sowie Eltern umfassend an den Schulentwicklungsprozessen miteinzubeziehen.  

Auf Basis dieser Ergebnisse ist es ratsam, anschließend das Unterrichtskonzept (weiter-)zu entwickeln. Reformpädagogische Unterrichtsformen wie Stationenarbeit, Wochenplan oder Freiarbeit gehören in einen inklusiven Unterricht. Ebenfalls sollten Ausgangs- und Bedarfslagen, vor allem im Kontext von Beeinträchtigungen, ernst genommen und bei der Auswahl von Unterrichtsangeboten mit einbezogen werden. Generell gilt es, vermehrte Differenzierungen und Individualisierungen im Unterricht anzuwenden. 

Interdisziplinäre Teamkooperation

Inklusives Schulkonzept

All diese Punkte erfordern eine unterstützende, engere Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften. Zudem kommt es in inklusiven Schulen sehr häufig zu Kooperationen von Fachkräften mit unterschiedlichen Professionen. So können beispielsweise sonderpädagogische Lehrkräfte, heilpädagogische Fachkräfte oder therapeutisch und pflegerisch ausgerichtetes Personal intensiver zusammenarbeiten. Dies erfordert Zeit, Ressourcen und eine gute Unterstützung der Schulleitung im Teamentwicklungsprozess. 

An den bisherigen Säulen lässt sich schon sehr gut erkennen, dass neben einer Veränderung in der Art des Lehrens und Lernens auch eine Anpassung des gesamten Schulkonzeptes erforderlich ist. Im Leitbild sollte “Inklusion” fest verankert sein und einen zentralen Bezugspunkt der gesamten pädagogischen Arbeit darstellen. Darüber hinaus ist eine barrierefreie Ausstattung und Gestaltung des Schulgebäudes erforderlich.  

Externe Unterstützungssysteme

Um die Funktionalität einer inklusiven Schule abzurunden, bedarf es dem sozialräumlichen Umfeld. Dazu gehört durch den Prozess der Öffnung zu einem Stadtteil zum Beispiel das Verkehrssystem – der Anschluss an die örtliche Infrastruktur. Außerdem wird Unterstützung durch weitere Fachkräfte aus der Region benötigt, weshalb es ratsam ist, sich als inklusive Schule ein gutes externes Netzwerk aufzubauen.  

Inklusion und Digitalität

Wie bereichern digitale Medien die Lernprozesse und Ziele im Unterricht?

Der Einsatz digitaler Medien verbessert auf vielen Ebenen den Bildungsprozess in inklusiven Schulen.
Dazu gehört unter anderem:

Ein inklusiver Unterricht besteht auch aus einer offenen digitalen Lernumgebung, die gemeinsames, selbstbestimmtes und exploratives Lernen erlaubt und folglich Partizipation und Mitbestimmung aller Schülerinnen und Schüler fördert.  

Zum Beispiel können adaptive Lernprogramme einen hohen Mehrwert im inklusiven Unterricht leisten, da sie in der Lage sind, das geforderte, hochgradig differenzierte Lernangebot bereitzustellen und den Lehrkräften zusätzliche Ressourcen für die individuelle Diagnostik anzubieten. Um digitale Medien an Schulen und im Unterricht sinnvoll und qualitative hochwertig zu implementieren, muss zunächst definiert werden, welche direkten oder indirekten Faktoren mögliche Lernergebnisse beeinflussen und welche soziale, pädagogische oder organisatorische Wirkung digitale Medien in schulischen Lehr- und Lernprozessen haben. 

Digitale Inklusion in der Bildung – Beispiel Bremen

Alle Schülerinnen und Schüler haben das Recht, gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Besonders durch den Kontakt mit Kameraden kann Schülerinnen und Schülern ein besseres Verständnis von Vielfalt und dem gegenseitigen Respekt nähergebracht werden. 

In Bremen wird digitale Inklusion bereits beispielhaft gelebt und umgesetzt. Die digitale Inklusion wird hier sogar noch mal in zwei Richtungen unterteilt. Zum einen geht es darum, den Menschen durch die digitale Technik eine Teilnahme am Leben in unserer Gemeinschaft zu ermöglichen und zum anderen, die Menschen dazu zu befähigen, digitale Medien zu benutzen.

Im Schulgesetz von 2009 werden Förderzentren als eigenständige Schulart nicht mehr erwähnt, für die Förderbereiche Sehen, Hören und körperlich-motorische Entwicklung bestehen jedoch weiterhin Spezialförderzentren. Da Inklusion für alle Schulen in Bremen verpflichtend ist, wurde das Schulgesetz dementsprechend geändert und somit die meisten Förderzentren abgeschafft.

Dennoch gibt es auch hier einige Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Es wird eine gemeinsame Zielsetzung sowie ein gemeinschaftliches Werteverständnis benötigt. Darüber hinaus muss Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden.  

Die spezielle Aufgabe der Bildung ist es, den Menschen beizubringen, wie der Umgang mit digitalen Medien bestmöglich gelingt. Hierfür bedarf es die Bereitstellung nötiger Ressourcen sowie digitaler Technologien. Dies ist häufig ein finanzielles Problem, aber nicht ausschließlich. Sehr oft fehlen auch qualifizierte Lehrkräfte mit dem entsprechenden Verständnis für die digitale Inklusion. Nicht zuletzt muss die Politik an der obersten Stelle die benötigten Rahmenbedingungen dafür schaffen.  

Inklusion und Digitalität

Fazit: Barrieren abbauen

Auch die Bildungslandschaft befindet sich im Zuge der Digitalisierung mitten in einem Umbruch, denn immer mehr Schulen und Universitäten setzen auf digitale Lehr- und Lernmethoden. Dies ist nicht zuletzt dem großen Vorteil geschuldet, dass so auch Schülerinnen und Schülermit Beeinträchtigungen besser integriert werden können.  

Durch die Digitalisierung werden Barrieren abgebaut und es entstehen neue, innovative Lösungen, die es allen ermöglichen, am Unterricht teilzunehmen. Digitale Medien und Digitalität bieten Lernenden mit unterschiedlichen Bedürfnissen mehr Freiraum, ermöglichen Barrierefreiheit und somit mehr Diversität.

Eine zwingende Voraussetzung dafür ist eine gute Infrastruktur, die Sie zum Beispiel mit der Technologie von Cisco realisieren können.  

Inklusion ist also kein utopisches Ziel, sondern durchaus realistisch. Wenn wir es schaffen, die Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt, zu nutzen, dann können wir mithilfe von Technologien und digitalen Medien physische und mentale Barrieren abbauen. Durch diesen Abbau können Menschen aufgeschlossen und vorurteilsfrei miteinander interagieren, sodass jeder die Chance auf ein glückliches und unbeschwertes Leben hat. 

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Anleitung & Checkliste zur Digitalisierung

Von der Orientierung, über die Antragstellung (Planung & Vergabe) bis zur technischen Umsetzung. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung helfen wir Schulträgern auf ihrer Digitalisierungsreise.

Schritt-für-Schritt-Anleitung IT-Sicherheit

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